Sehr intensiv!

Artikel des Ärzteblatt aus dem Jahr 2019, Zitat:„ Schon heute sind in zahlreichen Krankenhäusern Intensivbetten gesperrt, weil es zu wenig Pflegekräfte gibt. Eine Umfrage unter Intensivpflegern zeigt nun, dass sich die Situation in den nächsten Jahren weiter zuspitzen wird. Um den Status der intensivmedizinischen Versorgung zu halten, sind grundlegende Änderungen notwendig.“ Weiter heißt es dort: „Der Mangel an Pflegepersonal in der Intensivmedizin nimmt immer deutlichere Ausmaße an. Bereits jetzt kommt es in Spitzenzeiten wie der Grippewelle 2017/2018 zu Einschränkungen in der Notfallversorgung der Bevölkerung. Doch auch der Normalbetrieb ist in vielen Intensivstationen angesichts des Personalmangels häufig nicht mehr aufrechtzuerhalten, sodass vielfach Intensivbetten gesperrt werden müssen. Auf die Frage nach einer generellen Unzufriedenheit im Beruf antworteten 68 Prozent mit einem ‚Ja‘. Eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren empfanden 97 Prozent der Befragten. 94 Prozent gaben an, dass das ökonomische Interesse bei der Versorgung im Vordergrund stehe.“ Zitat Ende.
Jens Spahn ist übrigens seit dem März 2018 Bundesminister für Gesundheit. Und hier drängt sich doch die Frage auf, wie es sein kann, das Politiker über einen langen Zeitraum die Intensivmedizin dahin vegetieren lassen und plötzlich soll diese Vernachlässigung der Grund sein, warum man uns Grund- und Freiheitsrechte und damit die Demokratie entzieht, wie es dieses Land noch nicht erlebt hat. Und wenn wir dadurch wirklich so sehr an den Rand gedrängt sind, dass man die Demokratie entziehen muss, müsste man sich dann nicht als Gesellschaft die Frage stellen, wie man die entscheidenden Personen zur Verantwortung zieht? Aber Nein, im Gegenteil, wir geben diesen Versagern in dieser Krise den Steuerknüppel in die Hand samt Persilschein. Und dann wird das von großen Teilen der Bevölkerung auch noch beklatscht. Das ist wirklich eine verrückte Gesellschaft. Ein Intensivpfleger war in der Bundespressekonferenz zu Wort gekommen. Da haben sich Spahn und Wieler ein ganz schönes Eigentor geschossen, der Mann, den sie im Schlepptau hatten um ihre Politik belobhudeln zu lassen, war da aber irgendwie anderer Ansicht. Sein Name, Ricardo Lange, Zitat: „Die Pflege arbeitet seit vielen Jahren schon am Limit, aber leider hat es bislang in diesem Umfang niemand interessiert“. Bis heute habe ich noch kein schlüssiges und funktionierendes Konzept vorgelegt bekommen, was in Zukunft zum einen solche Szenarien verhindert, aber auch uns Pflegekräfte in unserer Arbeit unterstützt und ein normales Familienleben wieder möglich macht. “Als Spahn dann die Politik der Bundesregierung verteidigte, platzte Lange offenbar der Kragen – und er sagte genau das, was ein weitgehendes Tabu ist, Zitat: „Die Intensivstationen sind ja schon voll. Also man muss ja wissen, dass Intensivstation schon voll war, bevor es Corona gab.“ Und dann fügte er etwas später noch hinzu: „Und die Intensivstationen waren vor der Pandemie schon deutlich überlastet, aufgrund von Personalmangel.“ Weiter führte Lange aus: „Es gibt auch Intensivstationen, die können nicht mal alle Betten befahren, weil eben das Personal nicht da ist. Das ist ja nicht eine Debatte, die wir erst jetzt führen, also wir führen sie erst jetzt, wir hätten sie aber schon vor drei, vier, fünf Jahren führen sollen. Und hätte man früher gehandelt, und hätte man den Personalmangel früher ernst genommen, dann hätten wir heute eine deutlich entspannte Situation, weil wir eben viel mehr Betten hätten belegen, aber auch betreuen können. “Auf die Nachfrage, ob er einen Pflegebonus bekommen habe, antwortete Lange: „Pflegebonus? Nö! Der Pflegebonus wurde von Herrn Spahn oder generell von der Regierung ja als Anerkennung für die Pflege letztes Jahr versprochen und angekündigt auch. Das war ja groß in den Medien. Und mit dem Sinken der Fallzahlen zum Sommer hin, ist auch die Debatte abgeflacht, was den Pflegebonus angeht. Aus 1.500 € wurden dann 1.000 €….Und wie schon erwähnt, ich als Leasingkraft, also nicht in keiner Klinik angestellt, sondern bei einem Zeitarbeitsunternehmen, bin sowieso völlig raus aus dieser Bonus-Debatte. Aber auch Lothar „The Wuff“ Wieler bekam sein Fett weg. Auf die Frage, was er von Herrn Wieler halte, der eine „Kontroll-Covid-Strategie“ fordert, sagte Lange: „Kontroll-Covid. Runter mit den Zahlen. Ja, die Frage ist, wie macht man’s? Also Fakt ist, dass wir ja nicht für immer in einem Lockdown verharren können. Ich bin jetzt kein Experte. Da kann Herr Wieler wahrscheinlich mehr zu sagen, aber mein logisches Verständnis ist halt, dass man, wie gesagt, das Virus wird man wahrscheinlich nicht ausrotten können, denk ich jetzt mal, ist ja wahrscheinlich wie mit dem Grippevirus auch“. „Und, es gibt ja immer mehr Menschen, die eben verschiedene Maßnahmen, ich sag jetzt mal auch manchmal zu recht kritisieren. Also mich stört zum Beispiel an den Maßnahmen, dass sie so wirr sind. „Ich verstehe einfach nicht, warum man von Privilegien schon spricht, wenn noch nicht einmal die ganze Bevölkerung ein Impfangebot erhalten hat. Ich finde, das verunsichert zusätzlich. Es gibt welche, die skeptisch sind. Jeder sollte seine Entscheidung treffen, nicht durch Druck, oder weil man irgend welche Privilegien möchte. “ Zitat Ende!
Oh oh, Ärger im Pharma-Paradis! Wie konnte das denn passieren? Briefen die ihre PR-Männchen nicht vorher, oder hat Lange die beiden mal gepflegt aufs Ohr gelegt? Wie auch immer, das war die reinste Demaskierung unserer Regierung und dringend nötige Anti-Propaganda um der Bevölkerung mal aufzuzeigen, was hier wirklich Phase ist. Und es ist ja auch nicht so, dass wir hier nur von 20 Krankenhäusern sprechen, die mitten in der größten Krise der Geschichte geschlossen wurden. In den Jahren 2000 bis 2018 hat man 317 Krankenhäuser geschlossen. Das entspricht ca. 15% aller Häuser, fast jedes Sechste. Und so lupenreine Demokraten wie die Bertelsmann Stiftung oder Klabauterbach haben bis 2019 noch gefordert die Hälfte alle Krankenhäuser zu schließen. Und wir sollen jetzt plötzlich die Leidtragenden sein für diese jahrelange Inkompetenz. Ich glaube nicht. Und vor allem nicht, weil sie in mehr als einem Jahr Pandemie nicht das Geringste dagegen unternommen haben. Sie haben das marode System liebend gerne als Knechtungsinstrument angenommen. Und es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob dieses System wirklich am Rande der Kapazität ist, oder ob es da hingedrängt wird. Wenn man zum Beispiel den Chefarzt der Lungenklinik Moers befragt, dann hört man da ganz andere Töne, Zitat: „Wir sind und waren zu keiner Zeit am Rande unserer Kapazitäten“. Der Alarmismus der Intensivmediziner der Divi ist unverantwortlich und unverhältnismäßig.“ Er sei durch die tatsächlichen Zahlen nicht gestützt. „Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sind mit Covid-19-Patienten belegt.“ Über dieses Interview berichtete NTV. Und auch die Helios-Kliniken lassen ähnliches verlauten. Aber es geht noch weiter. Es verdichten sich die Anzeichen, das die Zahlen so gelegt werden, dass die Auslastung relativ hoch erscheint. Dadurch profitiert das Krankenhaus, durch Zuschläge und die Politik, weil Sie darauf ihre Grundrechtseinschnitte gründen kann. Und verantwortlich dafür ist, wer soll es auch anderes sein, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Er nämlich hat durch diverse Gesetze die Anreize dafür geschaffen, dass die Intensivbetten kommen und gehen, wie es gerade in den Kram passt, sprich in die Bilanzen. Der Informatiker Tom Lausen und sein Rechercheteam aus Ingenieuren, Notärzten und Anwälten ist den Vorgängen auf Basis der offiziellen DIVI-Daten auf den Grund gegangen und hat dabei Erstaunliches ans Licht befördert. So wisse die DIVI aufgrund der Eingaben der Krankenhäuser „überhaupt nicht, wie viele Patienten jemals mit Covid in den Intensivstationen gelegen haben“. Beispielhaft verweist er darauf, dass ein einzelner Patient von der Statistik im Falle von Verlegungen mehrfach geführt wird. Das DIVI-Register räumt dies auf seinen Webseiten ein – „Mehrfachzählungen möglich“ – ohne dies jedoch zu quantifizieren. Dagegen hatte das „Ärzteblatt“ im März unter Berufung auf „AOK-Daten“ geschrieben, dass „10,8 Prozent aller stationären Covid-19-Fälle mindestens einmal“ die Station gewechselt hatten, „unter den beatmeten Patienten waren es 31,9 Prozent“. Trifft das zu, könnte das die Angaben zur Auslastung signifikant aufblähen. Aber die organisierten Intensivmediziner interessieren solche Unschärfen nicht und sie geben sich gar nicht die Mühe, die Statistik entsprechend zu bereinigen. Ein knappes Fünftel der Corona-Intensivpatienten ist somit gar nicht real, sondern nur doppelt und dreifach gezählt. Als dann die Fallzahlen im November tatsächlich schon merklich angezogen hatten, setzte Spahn zum nächsten Niederschlag an: dem „Krankenhausfinanzierungsgesetz“. Die am 18. November vom Bundestag beschlossene Neuregelung entschädigt Krankenhäuser für Ausfälle, die ihnen wegen der Pandemie entstanden sind. Zuwendungen erhalten allerdings bloß jene Einrichtungen, deren Intensivstationen zu mindestens 75 Prozent ausgelastet sind. „Besser“ steht da, wer wenig Betten hat und die auch noch möglichst voll bekommt. So kam es, wie es kommen musste. Viele Kliniken kürzten ihre Intensivbettenbestände künstlich und radikal ein, wodurch die Auslastung anteilig nach oben ging. Laut Informatiker Lausen war dies bei „sehr vielen Krankenhäusern“ zu beobachten, im Speziellen bei denen, die davor einen Überschuss an Kapazitäten hatten. Als Beispiele nannte er Leipzig, Bottrop, Goslar, Starnberg und Eisenach. Eindrücklich demonstriert er am Fall einer Klinik in Pinneberg, wie der „Bedarf“ an Betten je nach Belegungsumfang flexibel und „nach Belieben“ hoch und runter geregelt wurde, um ja nicht unter die 75-Prozent-Marke zu rutschen. Dabei sind die Schwankungen mitnichten nur auf etwaige Covid-19-Neuzugänge, sondern auf alle Arten von Krankheitsfällen zurückzuführen. Hier sollte man sich noch einmal die Worte von Helios-Chef De Mea vergegenwärtigen, wonach hierzulande Patienten vergleichsweise schnell auf der Intensivstation landen. Rasend schnell rauschten nach Spahns Meisterstück die Intensivkapazitäten in den Keller. Am 11. November zählte das DIVI-Register noch rund 28.500 Plätze, zum Jahresende waren es schon fast 2.000 weniger. In den ersten Wochen des Jahres 2021, auf dem Höhepunkt der zweiten Welle, ging es noch rasanter bergab. Binnen vier Monaten verschwanden über 3.000 weitere Betten vom Bildschirm, obwohl sich aus demselben jeden Tag schlimmere Schreckensmeldungen von überfüllten Kliniken in die deutschen Wohnzimmer ergossen. Ein Schelm, wer dahinter Absicht vermutet. Bei der DIVI hat man von all dem irgendwie nichts mitgekriegt. Lausen ist seine Schaubilder zwei Stunden lang am Telefon mit einer Pressesprecherin durchgegangen. Diese sei, Zitat: „hoch verblüfft“ gewesen „über das, was sie auf einmal visualisiert präsentiert bekommen hat“. Für den Informatiker steht jedenfalls fest, dass die DIVI-Tagesreporte „nicht zu einer bevölkerungsweiten Maßnahmensteuerung eingesetzt werden dürfen“. Kurzum: „Diese Zahlen sind nicht valide!“

02.05.2021

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