Doppel-Plus-Gut

Ich frag mich oft, wenn ich mir Gedanken über meine verängstigten Mitmenschen mache, wo ist der Knackpunkt bei Dir?
Jahrelang beschäftigst du dich nicht mit Politik und in der Krise schwingst du Dich dann nach Aufforderung spontan zum alles verstehenden Blockwart auf und die Berechtigung, die du Dir einbildest liegt einzig und allein darin begründet, das du nicht selbst nachdenkst und Dir von einer Minderheit ungeprüft erzählen lässt, was eine Mehrheit zu tun oder zu denken hat. Und dass diese „Befehle“ verfassungswidrig sind, ignorierst du gekonnt.
Und wie kommst du überhaupt drauf, dass Du irgendwas einschätzen könntest, nachdem du jahrelang nur RTL II und Bento konsumiert hast?
Gab´s da in der Corona-Krise an der Volkshochschule nen staatlich finanzierten Crash-Kurs in Politik-Geschichte, oder wie willst du dir das rudimentäre Wissen angeeignet haben? Hast du da keinerlei Selbstzweifel?
Wenn du dann in 2 Jahren endlich durch die Berichterstattung und eine Arte-Doku in mundgerechten Stückchen gefüttert wurdest und erfährst, was hier für eine Schweinerei abgelaufen ist, schreist du dann auf? Protestierst du dann? Oder wirst du da schon wieder vom Bachelor abgelenkt sein und den hippsten Szene-Lokal oder dem neuesten Clip deines liebsten Influencer?
Geht dein Stockholm Syndrom dann weiter und du wirst dieses Unrecht ebenso verteidigen, wie du es jetzt machst, ungeachtet der Zahlen, Fakten und Gesetze?
Wenn ja, wo ist deine Grenze? Wann wirst du Unrecht nicht mehr verteidigen, das gegen Grundgesetz und Völkerrecht verstößt? Verfassungsbruch, Massen-Überwachung, völkerrechtswidrige Kriegsbeteiligungen, Waffenlieferungen in Krisengebiete, Ausbeutung von Natur und Mensch, Altersarmut. Das alles hat du kritiklos hingenommen.
Also nochmal, wo ist deine Grenze?
Kommt dein Würgereiz erst wieder, wenn man ganze Bevölkerungsgruppen erodiert?
Bist du wirklich nicht fähig, Faschismus in einer vorherigen Phase zu erkennen? Oder gibt es irgendeine Chance vorher zu deinem Gewissen oder dem Verstand vor zu dringen?
Verrate es mir, denn die Zukunft unser beider Kinder hängt davon ab.
Und wenn wir gerade dabei sind, wie lange wirst du brauchen, bis du verstehst, dass uns die Regierungsparteien verkaufen? 20 Jahre, 30? Und, wirst du diese Erkenntnis an deine Kinder dann weitergeben, oder müssen meine Kinder deinen wieder erklären, dass wir von Christ- und Sozialdemokraten nichts zu erwarten haben? Und wenn ja, wie lange werden deine Kinder brauchen, bis Sie dann verstehen, dass auch die Oppositions-Parteien nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben?
Bei deinem Tempo wird es 40 Jahre dauern, bis wir als Gesellschaft an den Punkt kommen, an dem wir verstehen, was wir aller spätestens hätten schon 2008 in der Wirtschaftskrise verstehen müssen. Und diese Zeit haben wir nicht mehr. Spätestens die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass die Agenda fahrt aufnimmt. In 20 Jahren wird sich keiner mehr wagen, eine Erkenntnis zu gewinnen, geschweige denn, sie auszusprechen, wenn wir hier so weiter machen.
Wir sind Zeuge eines Prozesses, der sich in die Richtung des Totalitären verschiebt.
Ich steh ja heut schon im Supermarkt und werde von Orwell´schen Durchsagen daran erinnert, was ein artiger Bürger zu befolgen hat und dass der allgemeine Lebensstandard bei uns in Ozeanien seit dem letzten Jahr um 20% gestiegen sei. DoppelPlusGut! Und im Fernsehen verkaufen mir immer die gleichen Menschen, die immer gleichen Dinge, obwohl ich sie in der Realität nicht finden kann.
Wir müssen uns die Frage stellen, ob unsere Gesellschaft nicht auf wackeligen Beinen errichtet wurde, wenn alleine die Maßnahmen zum Sichern des Überlebens so Existenzbedrohend sind, das großen Teilen des Landes das Wasser bis zum Hals steht.
Ist dieses System nicht völlig falsch aufgebaut, wenn die Rettung-Maßnahmen, die man ergreift erst zum Untergang der breiten Masse führen?
Dieser entfesselte Kapitalismus, in dem wir leben, ist das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wobei der Erfolg des Kapitals systemisch auf dem Schaden des abhängig Beschäftigten beruht. Wir müssen also verstehen, dass Profit und Freiheit zueinander im Verhältnis stehen. Umso mehr ich von dem Einen habe, um so weniger gibt es das Andere.
Darum ist es so wichtig, weg von einer Konzern-Demokratie zu gelangen. Weil sie Macht konzentriert und damit der Demokratie in ihrem Fundament gefährlich wird. Genau das Gegenteil ist die Lösung in einer Demokratie. Wir müssen Macht zerschlagen. Es ist nicht der eine Groß-Konzern, der wichtig ist, es sind die vielen kleinen Mittelständischen Betriebe.
Die größtenteils faire Löhne zahlen und gute Arbeit verrichten, ganz einfach aus dem Grund, weil der Chef den Mitarbeiter unter der Woche noch beim Einkaufen treffen kann, oder beim Grillfest am Wochenende.
Im Mittelstand hat man den Kontakt zur Bevölkerung nicht verloren und schafft es wirtschaftliche Interessen mit dem Wohl der Gesellschaft zu kombinieren und sie nicht gegeneinander auszuspielen. Und vor allem, zahlt der Mittelstand vollumfänglich und gerne Steuern in diesem Land. Und dieser Mittelstand mit seinen Arbeitgebern und Angestellten ist das Zentrum dieser Demokratie und nicht Amazon, Google oder Starbucks.
Wenn es der Mittelstand seit Jahrzehnten schafft, sich den Gesetzen des Marktes erfolgreich zu stellen UND Steuern zu zahlen, dann fordern wir das auch für die ach so weisen Großkonzerne, ansonsten sortiert der Markt eben aus.
Staatshilfen nur noch für Betriebe die ihre Steuern komplett in Deutschland bezahlen. Der Rest kann sich nicht auf Solidarität berufen, weil er vorher auch keine gezeigt hat. Jedem einzelnen Hartz IV Bezieher machen wir mehr Auflagen um an Staatsgelder zu kommen als Beispielsweise der Lufthansa. Diese moderne Form der opportunistischen Wettbewerbsverzerrung muss ein sofortiges Ende haben.
Der Turbo-Kapitalismus ist in seiner DNS so abgrundtief menschenfeindlich aufgebaut, das es den Menschen nur durch eine Vielzahl staatlicher Eingriffe wie Rente, Mindestlohn, Arbeitgeberrechte, Gewerkschaften, Sozialversicherungen und Recht auf Bildung gelang, den Kapitalismus so weit zu domestizieren, damit er ein annähernd erträgliches Maß für den Menschen erreicht und Ihn nicht sofort und unverzüglich mit Haut und Haaren für Profite zerreibt.
Wir legen unserem Miteinander und unserer Zukunft etwas zugrunde, das einem entfesseltem Monster gleicht, das wir nur durch Ketten so ruhiggestellt bekommen haben, damit wir gerade noch so parallel existieren können. Und überall hocken diese Politiker auf den Ketten und sägen daran rum oder knacken die Schlösser. Wen wir als Spezies irgendwie einen Schritt in die Zukunft machen wollen, müssen wir uns von diesem Monster irgendwie lösen, das uns stetig im Nacken sitzt.
Wir müssen durch die Corona-Krise die Erkenntnis gewinnen, das Lohn offensichtlich nicht zur großflächigen Sicherung der Existenz reicht. Was bedeutet, wir werden in permanenter Abhängigkeit gehalten, was natürlich eine gewisse Gefügigkeit mit sich bringt.
Was hat dieser Lohn dann überhaupt für einen Wert, wenn er stets in die Ohnmacht führt?
Man sollte ihn *Lohnmacht* nennen. Dann gleicht dieser Verdienst eher einem systemischen Schweigegeld.
Ein zukunftsorientiertes und humanistisches System darf nicht darauf ausgerichtet sein, dass die Mehrheit der arbeitenden Bürger ein Gehalt bekommt, das lediglich für knapp einen Monat reicht. Das zementiert nur die Abhängigkeit der einzelnen Individuen und erhält und verstärkt die dadurch generierten Effekte.
Wir müssen als Spezies Mensch an den Punkt kommen, dass ein Werktätiger in einem Monat das verdient, was ihm mindestens für 2 Monate reichen würde. Dadurch erarbeitet sich der Mensch durch jeden Monat in Abhängigkeit, einen Monat der Freiheit und Sicherheit. In diese Richtung müssen wir uns entwickeln. Und natürlich haben die großen Profiteure des Geldes etwas dagegen. Und natürlich erzeugen diese medialen Gegenwind. Daran müssen wir uns gewöhnen. Um so heftiger der Wind bläst, um so richtiger sind wir.
Und hier fordert niemand die Enteignung der Reichen. Auch die haben ein Recht auf ihren Reichtum. Aber wir fordern das grundgesetzliche Recht, das Eigentum dem Wohl der Gemeinschaft zu dienen hat. Und das Grundgesetz eine Gesellschaft vorgibt, wo alle gemeinsam von Erfolg profitieren und nicht nur eine kleine Elite auf Kosten der breiten Masse. Wir gönnen jedem Millionär seine Yacht, aber vielleicht müsste es eben nicht alle 3 Jahre eine neue sein.
Die absolute Würde und Freiheit kann der Mensch erst dann erreichen, wenn er frei von Zwängen ist. Vorher kann er sich keine Würde im gewünschten Maß erlauben, weil Sie seine Existenz gefährden könnte. Es gibt nachweislich so viele Menschen, die sich nicht auf meine Demo trauen, aus der Angst vor beruflichen Konsequenzen. Wie kann das Freiheit und Demokratie sein? Wir hatten einen Lokal-Journalisten hier zu Gast, der Montags einen objektiven Artikel über uns veröffentlichte.
Die Redaktion hat ihn noch am selben Tag ohne Vorwarnung gelöscht. Wo ist unsere Freiheit? Wo findet keine Zensur statt?
Wenn ein Produkt nur mittels Ausbeutung von Menschen profitabel gemacht werden kann, dann hat es für diese Gesellschaft auch keinen Wert und wir benötigen es nicht. Zumindest nicht so!
Und an alle, die von der Politik lediglich eine Rückkehr zur Normalität wünschen sei gesagt, eine Rückkehr zu diesen Zuständen, ist eine Rückkehr in die Abhängigkeit und es war ja erst genau diese, welche uns an diesen Punkt gebracht hat. Wir müssen eben genau das Gegenteil fordern, wir wollen weg von dieser Normalität, wo Menschenmassen dumm und gefügig gehalten werden, wo sie manipuliert und ausgebeutet werden und wo der Profit über dem Wohl steht. Weg von der Normalität die nie eine war, hin zum Grundgesetz und zur Einhaltung dessen, was uns in eine rosige Zukunft führt.
Zustände, in denen Gesetze nicht mehr gelten und ein kleiner Kreis der Elitären entscheidet, wohin der Weg gehen soll, gehören der Vergangenheit an. Wir müssen weg vom Biegen und Brechen unseres Grundgesetztes und der einzige Weg der uns gemeinsam dorthin führt, ist, so laut und zahlreich wie möglich an eben diesem Grundgesetz festzuhalten bis es wieder gilt und dadurch die Demokratie herstellt, die unser absolutes Recht ist.
20 Millionen rentenversicherte Arbeitnehmer und Selbstständige verdienten weniger als das Durchschnittsjahresgehalt. Wir haben in Deutschland also einen Niedriglohnsektor, in dem jeder Dritte Bundesbürger beschäftigt ist. Ist das der Politik da oben bewusst? Mehr als 50% der Renten liegen jetzt schon unter 900 Euro. Ist das in Berlin bekannt? Man merkt es Ihnen zumindest nicht an.
Die Umstände machen es notwendig, dass wir einen Wandel erzeugen. Die letzten 10 Jahre wäre es schön und hilfreich gewesen, wenn sich an der Politik etwas Grundlegendes geändert hätte. Heute ist es dringend notwendig um den Fortbestand von Demokratie und Freiheit zu gewährleisten. Es ist sehr wichtig das wir das verstehen. Unser Druck ist kein nettes Gimmick, er ist ein unerlässlicher Bestandteil unserer weiteren Existenz.
Und da wir ja gelernt haben, dass wir auf viel mehr Mediziner hören sollten, als nur auf Herrn Lauterbach und Drosten, schließe ich mit einem sehr wichtigen Zitat der Ärzte:
„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“
Macht euch nicht schuldig.
13.10.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.